Heute darf auch ich mich auf dem Blog meines urbansetters zu Wort melden. Mein Teufelchen begleitet mich jeden Tag ins Büro, muntert mich in stressigen Situationen auf, sorgt dafür, dass ich an die frische Luft komme und unterstütz mich – mehr oder weniger – tatkräftig bei der Arbeit. Ein Bürohund hat unzählige Vorteile, er verbessert das Arbeitsklima, entstresst den Arbeitsalltag, lockert schwierige Situationen auf und ist – zumindest in unserem Fall – immer ein Spiegelbild meines Gemütszustandes. Ich bin sehr dankbar und glücklich, dass wir diese Möglichkeit haben. Mir ist bewusst, dass dies jedoch nur funktioniert, wenn es ein respektvolles und friedliches Miteinander zwischen Vier- und Zweibeiner ist. Daher gibt es bei uns feste Regeln für und im Büro, über die ich euch hiermit ein wenig erzählen möchte. Unsere Regeln sind darauf ausgelegt, dass ein Setter jede kleine Lücke nutzt, um Regeln zu hinterfragen und zu umgehen, daher bin ich mit den Regeln (für meinen Hund wie auch für mich) sehr strikt; ob das bei allen Hunden notwendig ist und funktioniert muss jeder Halter für seinen eigenen Hund einschätzen.

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  1. Kommunikation mit den Kollegen

Sprecht mit euren Kollegen, wie sie euch unterstützen können und was eure Regeln für den Umgang mit eurem Hund sind.

  1. Hundegerechte Einrichtung

Wir haben ein Hundebett im Zimmer stehen, das ist ihr Rückzugspunkt, eigene Wasser- und Fressschüssel und Spielis. Futter und Leckerlis stehen luftdicht verschlossen, damit die Gerüche die anderen Kollegen nicht stören. Die Spielis werden nur im eigenen Büro verwendet (bzw. nur gemeinsam im Flur), damit nicht überall Stolperfallen für die Kollegen liegen.

12107261_173734779633153_6662613279753544485_nAls sie noch ein Welpe war habe ich sämtliche Kabel unter Kleintierkäfigoberteile gelegt, sodass sie diese nicht zernagen konnte und keinen Stromschlag bekommt.

Sehr wichtig: Wir haben immer ein Hundehandtuch im Schrank, falls es mal regnet, damit ich meinen urbansetter abtrocknen kann und sie beim schütteln nicht alles unter Wasser setzt.

Die Hundedecke und somit ihre Rückzugsecke sollte nicht neben der Eingangstür liegen sondern am besten in einer Ecke hinter euch. Damit hat der Hund die Möglichkeit sich klar zurück zu ziehen und weiß, dass er dort seinen sicheren Ort hat.

  1. Streicheln von Kollegen nur nach meiner „Freigabe“

Selbstverständlich knuddelt jeder Kollege gerne mal mit dem Bürohund, das tut der Seele gut und entstresst den Arbeitsalltag. Mein Teufelchen stellt dann jedoch ihr Gehör ab und daher gibt es bei uns die Regel, dass nur gestreichelt wird, wenn meine Maus brav in ihrem Bettchen wartet und auf mein Kommando geht das Knuddeln los.

  1. Verlassen des Zimmers

Beltaine chillt in der Regel im Bürozimmer und darf dieses auch nur auf mein Kommando verlassen. Bei uns sind auch häufig Kunden im Haus und sie soll auch die Kollegen nicht bei der Arbeit stören.

Wir haben eine Kultur der offenen Türen in der Firma und so ist dies eine für uns sehr wichtige Regel, da sämtliche Bürotüren immer offen sind. Als sie noch ein Welpe war hatten wir zur Eingewöhnung eine Babyschutztür eingerichtet, so dass meine Bürotür offen bleiben konnte und sie sich dennoch daran gewöhnte, dass die Türschwelle ihre Grenze ist.

  1. Ignorieren außerhalb des Zimmers

Meine Kollegen habe ich ganz offen gebeten, dass sie meinen Hund, wenn sie ihr begegnen, schlichtweg ignorieren. Wenn sie sie streicheln wollen fragen sie kurz, die Maus muss sich neben mir absetzen und darf erst dann zu meinen Kollegen hingehen und sich streicheln lassen. So verringere ich den Reiz deutlich, dass sie aus dem Zimmer geht auf der Suche nach Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten. Auch mag es nicht jeder, von einem Hund angeschnuppert zu werden und so gibt es klare Regeln für den Hund, damit er nicht auf jeden zuläuft.

  1. Kein Betreten der Küchen

Nicht jeder Kollege mag es, wenn in der Küche (und sei es auch nur die Kaffeeküche) ein Hund herumspringt und seine Hundehaare verteilt. Das kann man verstehen oder nicht, aber da ich mir wünsche, dass meine Kollegen die Anwesenheit meines Hundes akzeptieren und respektieren halte auch ich mich zur Rücksicht auf meine Kollegen an und daher sind Küchen für meinen Vierbeiner im Büro tabu.

  1. Kein Bellen, kein Anspringen

Bellen und Kollegen anspringen im Büro ist ein absolutes Tabu. Ich habe das Glück, dass ich zwar ein sehr temperamentvolles Teufelchen habe, sie allerdings eigentlich nie bellt. Am Anspringen arbeitet glaube ich jeder Hundehalter ein Leben lang.

  1. Entfernen der Hinterlassenschaften

Dies sollte für jeden Halter eines Hundes eine Selbstverständlichkeit sein, dennoch ist es eine unserer festen Regeln. Dies gilt auch für den Umkreis außerhalb des Bürohauses (bzw. natürlich überall in der Stadt).

  1. Kollegen zuhören

Auch sehr wichtig finde ich, dass ihr euren Kollegen zuhört, wenn sie euch etwas über euren Hund berichten. Nicht immer bekommt man alles mit, was sein Vierbeiner so treibt. Wenn sie also mal was anstellen sollte oder jemanden stört, weil er Hunde einfach nicht so gerne mag, ist es bei uns im Haus selbstverständlich, dass meine Türe denjenigen offen steht und ich ihnen zuhöre und das ernst nehme.

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Manch einer mag nun denken, dass diese Regeln vielleicht zu übertrieben sind. Das mag für manche Hunde auch zutreffend. Mein Teufelchen ist allerdings ein menschenverliebter Wirbelwind und würde sich am liebsten bei jedem Menschen anlehnen, mit der Pfote auf die Schuhe stehen oder auf den Schoss setzen und sich streicheln lassen. Nicht jeder mag das, darauf sollte man immer Rücksicht nehmen. Auch freut sich nicht jeder über Hundehaare an seinen Anzughosenbeinen oder Dreckflecken von den Pfoten auf seinen teuren Lederschuhen. Und die teure neue Strumpfhose hat auch schnell Laufmaschen, wenn Beltaine das Menschenbein mit der Hundepfote festhalten möchte. Wir Hundehalter sind darauf eingestellt, kennen das und inzwischen finde ich es schon seltsam, wenn ich nach einem langen verregneten Tag abends völlig ohne Flecken auf Hose, Jacke und Schuhe nach Hause komme. Aber wir dürfen nicht erwarten, dass auch alle anderen das so sehr lieben wie wir, das sollten wir immer im Kopf haben.

So, das wären so unsere allgemeinen Regeln. Unsere Kommandos, damit wir diese Regeln auch umsetzen, findet ihr hier.

 

Wir freuen uns, wenn ihr uns hierzu eure Meinungen in den Kommentaren hinterlasst oder uns erzählt, was es für euch noch so an Regeln gibt. Man lernt ja bekanntlich nie aus.

Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, welche Vorteile ein Bürohund hat, findet ihr viele Informationen auch beim Bundesverband Bürohund e.V.. Es gibt bereits Untersuchungen dazu, wie Bürohunde einem Burn-Out vorbeugen. Auch findet ihr dort eine Übersicht über Arbeitgeber, die Bürohunde erlauben und Jobangebote wie auch weitere Tipps zu Hunden im Büro und Erfahrungsberichte anderer Bürohunde.

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2 Gedanken zu “Unsere Büroregeln

  1. Sehr schöner Beitrag – eure Regeln können wir zwei Bürohunde gut nachvollziehen. Auch wenn bei uns im Büro lediglich der Konferenzraum tabu für uns ist. Aber wir laufen dem Herrchen sowieso immer jhinterher, von daher sind wir eh meistens im Büro.

    LG und weiter so! 🙂

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    1. Hi ihr zwei,

      ihr Glücklichen, in der Küche riecht es auch immer so lecker 😉 ich würde ja schon gerne ab und an mal rein. Aber ich glaube ein paar von Frauchens Kollegen sind sehr dankbar, dass wir Hundekollegen nicht in der Küche herumtollen…

      LG

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