Kommandos für den urbansetter im Büro

Als urbansetter ist meine Kleine selbstverständlich täglich mit mir im Büro und fleißig am arbeiten. Damit das Zusammenarbeiten im Büro zuverlässig funktioniert, haben wir klare Regeln (diese findet ihr hier). Mit Regeln alleine ist es aber nicht getan, sondern es gibt auch bestimmte Kommandos, die wir zum Teil nur im Büro verwenden bzw. im Büro besonders wichtig sind. Unsere Kommandos möchte ich euch hiermit vorstellen. Ich selbst bin keine ausgebildete Hundetrainerin und kann euch daher lediglich meine Erfahrung und meine Ideen berichten, wie es für uns funktioniert. Bei den Kommandos möchte ich euch gar nicht groß erklären, wie man dies Hunden beibringt, ich denke darüber gibt es schon genügend Beschreibungen, Videos und Trainings. Vielmehr möchte ich euch berichten, wie und für was ich welche Kommandos nutze und vor allem auch warum.

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  1. Büro

Für mich war von Beginn an wichtig, dass mein Teufelchen versteht, dass unser Bürozimmer ihr Bereich ist. Hier bleibt sie, auch wenn ich in Meetings bin, kurz einen Kaffee hole oder sonstiges. Das Kommando „Büro“ sagt ihr, dass sie in dieses Zimmer gehen soll. Es gibt nicht vor, was sie im Zimmer tut, denn im Zimmer ist sie, solange wir alleine sind, frei in der Wahl, ob sie sich hinlegt, spielt, schläft, säuft oder einfach nur „rumsteht“. Auch rufe ich sie damit zurück, sollte sie mal einen Schritt aus dem Zimmer heraus machen.

Beigebracht habe ich ihr das Kommando ziemlich simpel, ich habe es schlichtweg jedesmal gesagt, wenn wir das Zimmer betreten haben (wichtig ist, dass ich ausschließlich dieses Wort gesagt habe und sonst nichts weiter dazu). Inzwischen funktioniert das so gut, dass ich beim Betreten der Firma lediglich sagen muss „Büro“ und sie läuft brav bis in unser Zimmer. Auch kann ich sie aus dem Flur oder aus anderen Zimmern, sollte sie mir doch mal unaufgefordert folgen, so in unser Zimmer zurück schicken.

Sitze ich am Tisch und rufe sie mit dem Kommando zurück gebe ich ihr auch ab und an ein Leckerli. Das sollte allerdings von Hund zu Hund entsprechend gemacht werden, denn das Kommando soll ja den Hund nicht ganz zu euch rufen, sondern lediglich in den Raum.

  1. Bring’s heim

Zwar trifft „Bring’s heim“ inhaltlich nicht ganz das, was der Hund machen soll, aber „Bring’s ins Büro“ war mir zu lang und dem Kommando „Büro“ zu ähnlich. Wir haben vor dem Büro eine eigenen Zufahrtsstraße, auf der ich mit ihr oft spiele, apportiere oder Spielis verstecke. Sind wir fertig mit spielen kommt sie mit ihrem Spieli bis zur Hausstür, setzt sich hin und auf das Kommando „Bring’s heim“ läuft sie bis in unser Zimmer und wartet dort (mit Spieli im Maul) auf mich.

Ich habe dafür bewusst ein anderes Kommando als „Büro“ gewählt und verwende das auch nur auf der Arbeit, da mit der Abgabe des Spielis im Zimmer an mich für sie klar ist, dass das Spielen nun beendet ist. Auch kommt sie so auf dem Weg ins Zimmer nicht auf die Idee, einen Kollegen zum spielen aufzufordern sondern weiß, dass sie nun erstmal mit dem Spieli bis ins Zimmer soll.

  1. Decke

12190794_182208478785783_7247545448157806379_nDamit Beltaine auf ihren Platz geht verwende ich das Kommando „Decke“, dies nicht nur im Büro sondern auch zu Hause. „Platz“ wird auch häufig verwendet, das benötige ich allerdings in der Unterordnung. Für
mich ist vor allem auch im Büro wichtig, dass das Kommando sitzt. Häufig kommen Kollegen in meinem Zimmer vorbei, um Angelegenheiten zu besprechen und so kann ich sie jederzeit auf ihre Decke schicken, so dass sie eine Besprechung nicht „stört“ und für sie klar ist, dass es jetzt gerade keine Aufmerksamkeit gibt.

  1. Sit

Da wir die Regel haben, dass nur auf meine „Freigabe“ hin Kollegen meine Maus streicheln dürfen (siehe auch unsere Regeln) müssen auch die Schritte vor der Freigabe klar sein. Wenn ein Kollege sie streicheln möchte, dann muss sich Beltaine zunächst bei mir hinsetzen, mich anschauen (siehe auch das nächste Kommando „Schau“) und darf erst dann los. Auch nutze ich das Kommando, wenn Kunden bei uns im Haus sind und uns zufällig auf dem Flur begegnen. In dieser Situation lasse ich sie ebenfalls hinsetzen, warte bis die Kunden vorbei sind und lasse sie anschließend wieder laufen. Andere Hunde reagieren überhaupt nicht auf Fremde, da ist das nicht notwendig. Allerdings freut sich mein Wirbelwind über jeden Menschen im Büro und begrüßt sie auch alle freudig, aber es freut sich eben nicht jeder Kunde oder Kollege über die stürmische Begrüßung eines Hundes.

Warum nutze ich „Sit“ und nicht „Sitz“? Dies hat nichts mit der neumodischen Verwendung englischer Begriffe zu tun. „Sitz“ ist mir am Wortende dem „Platz“ einfach zu ähnlich. Setter hinterfragen unklare Kommandos sofort und mit „Sit“ habe ich eine klare Unterscheidung.

  1. Schau

Möchte ein Kollege Beltaine streicheln muss sie zunächst mich anschauen und darf erst auf mein Kommando los. Dafür das Kommando „Schau“.

Als praktischer Nebeneffekt, wenn das Kommando funktioniert, kann dies auch für Fotos verwendet werden; einfach das Handy direkt vor die eigene Nase halten, „Schau“ sagen und der Hund blickt direkt in die Kamera.

  1. Leg dich

Das Kommando „Leg dich“ sagt meiner Kleinen schlichtweg, dass sie sich hinlegen soll. Wo und wie steht ihr frei. Das Temperament von Settern kann gerne mal etwas ungebremst sein und um sie wieder ein wenig runterzuholen ist es gut, wenn sie sich auf Kommando hinlegen und entspannen. Zu manchen Meetings oder Calls nehme ich Beltaine mit. Dann habe ich nicht die Möglichkeit sehr genaue auszuführende Kommandos wie „Platz“ (also direkt neben mir ablegen) auch konsequent durchzusetzen. Somit bekommt sie auch dort das Kommando „Leg dich“ und kann es sich ganz einfach bequem machen. Steht sie dann kurz auf und legt sich woanders hin brauche ich nicht reagieren, da sie immer noch dem Kommando „Leg dich“ folgt.

Ist das ein zu unklares Kommando? Möglicherweise, ich glaube es kommt auch hier auf die Konsequenz an. Es darf bei diesem Kommando einfach auch nicht verlangt werden, dass sie sich in der gleich Sekunde hinschmeißt, sondern sich ihren Platz sucht. Bei uns funktioniert das super, probiert es aus.

Warum nicht „Platz“? Wie oben schon geschrieben benötige ich „Platz“ in der Unterordnung für das genaue Ablegen an meiner Seite bzw. das gerade hinlegen. Bei einem „Leg dich“ darf sie sich aber auch einfach hinflätzen, das macht für sie einen großen Unterschied in den Kommandos aus.

  1. Bleiben

Verlasse ich das Zimmer sage ich 10984596_184460108560620_703186755122302697_nstets kurz „Bleiben“. Damit weiß mein urbansetter, dass sie im Zimmer bleiben soll und ich wiederkomme. Sie darf sich umlegen, spielen, aufstehen, aber eben nicht das Zimmer verlassen.

Warum nicht „Bleib“? Zwar klingen beide Kommandos ähnlich, aber bei „Bleiben“ betone ich das Wortende sehr und bei „Bleib“ das „b“ am Ende. Da somit das Wortende unterschiedlich ist kann sie es gut unterscheiden. Das „Bleib“ brauche ich als Kommando, wenn sie genau in der Position bleiben soll, in der sie sich befindet. Setze ich sie also ab und sage „bleib“, dann muss sie sitzen bleiben. Im Büro darf sie aber beim „Bleiben“ sich innerhalb des Zimmers frei bewegen.

 

Puh, das ist nun doch ganz schön lange geworden. Für alle Kommandos kann man natürlich auch völlig andere Begriffe verwenden, wie Schokokuchen oder Sahneschnitte oder Schmetterling. Der Hund kennt die Bedeutung des Begriffs ja nicht. Spaß beiseite…

Für den Hund und vor allem das friedliche miteinander Arbeiten ist es im Büro essentiell, dass der Hund bestimmte Verhaltensweisen auf Kommandos hin einhält. Das ist Arbeit und erfordert Konsequenz, Geduld und die Unterstützung der Kollegen, denn auch sie müssen die Geduld aufbringen in einem Gespräch abzuwarten, bis ihr das Kommando beim Hund durchgesetzt habt. Deswegen ist für uns allerwichtigste Regel die Regel Nummer 1 Kommunikation mit den Kollegen, denn nur mit ihrem Verständnis und ihrer Unterstützung erhaltet ihr einen tollen Bürohund.

 

Wenn ihr Fragen, Anmerkungen oder weitere tolle Kommandos habt, dann schreibt uns gerne oder hinterlasst uns einen Kommentar, wir würden uns freuen.

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